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Jagd-damals und heute

Die Jagd auf freilebende Tiere ist so alt wie der Mensch selbst - ebenso die Verwertung des Wildbrets. Auf dieser Seite haben wir Ihnen die Jagdgeschichte von der Urzeit bis heute zusammengetragen.

Urzeit
Die ältesten Hinweise auf die Jagd in Europa reichen 600.000 Jahre zurück durch gefundene Reste von erlegten Waldelefanten bei Heidelberg. Zu dieser Zeit diente die Jagd der Existenz-sicherung (Subsistenzjagd). Die Jäger arbeiteten noch mit Speer, Wurfholz und Wurfhammer oder haben das Wild mit Fallgruben und Schlingen gefangen und erlegt - vorausgesetzt sie wurden nicht selber zur Beute. Das Wildbret musste aufgrund fehlender Kühlmöglichkeiten natürlich sofort verzehrt werden. Bis man Feuer anzünden konnte und es richtig unter Kontrolle hatte, aßen die Menschen Fleisch roh.

Altsteinzeit
Die Jagdwaffen wurden mehr und mehr verfeinert und verbessert. Nach dem Motto "gemeinsam sind wir stark" ergänzte man die bisherigen Jagd-techniken durch Treibjagden, die oft gezielt an Felsabstürzen endeten. Auch das Fangen mit Netzen wurde aufgrund der Effektivität immer beliebter. Das Wildbret haben die Steinzeit-menschen meist über der Flamme oder in der Glut geröstet.

Jungsteinzeit um 5000 v. Chr.
Durch die Wandlung der Lebensweise der Menschen vom Jäger und Sammler zum Bauern verlor die Jagd an Bedeutung. Sie diente aber weiterhin der Lebensmittelbeschaffung und zur Gewinnung von Gebrauchsgegenständen wie zum Beispiel Decken und Fellen. Schließlich wollte man schon damals einen warmen und gemütlichen Schlafplatz haben.

Um 10 n. Chr.
Es galt weiter das Recht des freien Tierfangs, das mehr und mehr durch die Landbesitzer eingeschränkt wurde. Auch die Bedeutung der Jagd änderte sich. So wandelte sich die Subsistenzjagd zur Vergnügungsjagd (z.B. Hetzjagd mit Windhunden oder Beizjagd mit Vögeln). Zu dieser Zeit prägte Marcus Gavius Apicius - Koch des römischen Kaisers Tiberius (14-37 n. Chr.) - die Wildbretkochkunst. Bis heute werden seine berühmten Rezepte nicht zuletzt wegen der extravaganten Zutaten hoch geschätzt.

Bannforst-Epoche um 800 n. Chr. bis ca. 1500 n. Chr.
Der Bannforst war ein vom König für sich vorwiegend zur Jagd beanspruchtes Waldgebiet. Dieses wurde vom Recht des freien Tierfangs ausgenommen. Und hatte der König mal keine Lust zu Jagen, sorgten die ersten Berufsjäger für den reich gedeckten Mittagstisch. Zwischen den Bannforstgebieten konnten die Bauern in den sogenannten Allmenden auch weiterhin frei jagen. Die Jagd wurde schließlich in Hohe und Niedere Jagd unterteilt. Die Hohe Jagd war in der Regel dem König vorbehalten.

Jagdregal-Epoche von ca. 1500 n. Chr. bis 1848
Als die königliche Zentralgewalt zu schwinden begann wurden die Jagdausübungsrechte vorwiegend von den Landesfürsten beansprucht. Dabei beschränkten sie sich nicht nur auf den Bannforst, sondern übten das Jagdrecht im ganzen Land aus. Das nannte man Jagdregal. Lediglich in einzelnen, verstreuten Freipirschbezirken konnten sie diesen Anspruch nicht durchsetzen. Die Jagdhoheit wurde schließlich in Jagdverordnungen verankert - natürlich von und zugunsten der Landesfürsten, die das schmackhafte Wildbret selbst gerne verzehrten. Diese Jagdverordnungen enthielten auch erste Schonzeiten für das Wild.

1848 bis heute
1848 erfolgte in Deutschland (damals Deutscher Bund) eine Umgestaltung des Jagdrechts. So stand nun jedem auf seinem eigenen Grund und Boden das Jagdrecht zu. Da die Jagden rapide zunahmen, erließen einige deutsche Länder Vorschriften, die das Jagdausübungsrecht begrenzten. So mußte der Grund und Boden auf dem gejagt werden durfte eine gewisse Mindestgröße aufweisen und vom Jäger eine behördlich ausgestellte Jagdkarte (Jagdschein) gelöst werden. Damit war das Reviersystem geschaffen und die Jagd wurde bürgerlich - lange Gesicher bei den Fürsten, Freude bei den Gutsbesitzern.

Auch die Jagdarten wandelten sich mit den Neuerungen. Es herrschten jetzt die Ansitz-, Pirsch- und Treibjagd vor. 1922 führte Bremen als erstes deutsches Land eine Jägerprüfung ein, die von Jahr zu Jahr mehr Inhalte bekam und heute nicht zu Unrecht als das “grüne Abitur” bezeichnet wird. Auch die Wildbretkunde gehört zu den Prüfungs-fächern, so dass die Jäger von heute fast die gleichen Kenntnisse besitzen wie Förster, Wildbiologen und Metzger.

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Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. und Landesforsten Rheinland-Pfalz